Vier Jahre ist es her, als wir das letzte Mal in voller Familienstärke mit der VASCO DA GAMA von nicko cruises unterwegs waren. Damals fiel unsere Wahl auf eine Ostsee-Kreuzfahrt, welche ich in einem zweiteiligen Reisebericht ausführlich dokumentiert habe. In den beiden Artikeln habe ich auch das Schiff sehr detailliert vorgestellt, weshalb ich in diesem Beitrag nicht mehr jede Ecke der alten Dame (mittlerweile hat sie schon 33 Jahre auf dem Buckel) ausführlich beleuchten werde. Freut euch stattdessen auf einen Reisebericht, der euch zu einem Sehnsuchtsort vieler Menschen führen wird: dem Nordkap. Also, Leinen los, Schwimmwesten an und viel Spaß auf unserer Nordkap-Kreuzfahrt! 🙂
Inhaltsverzeichnis
Check-In bei Schietwetter in Kiel
Nach unserer Anreise mit dem Zug begrüßte uns Kiel mit typisch norddeutschem Schietwetter. Die dicken Regentropfen über der schleswig-holsteinischen Hauptstadt machten uns aber nichts aus, denn für nicht einmal 10 Euro gönnten wir uns ein Taxi, das uns ganz bequem zum Ostseekai 28 brachte. Nach einer kurzen Wartezeit startete um 13 Uhr auch schon der Check-In am Terminal und keine halbe Stunde später konnten wir direkt unsere Kabinen beziehen.

Platz ohne Ende: Die Familienkabine auf VASCO DA GAMA
Wie auch schon bei unserer Reise im Jahr 2022 bezogen wir auch dieses Mal wieder eine Familienkabine. Dabei handelt es sich um zwei Meerblick-Kabinen (in unserem Fall die Kabinen 4062 und 4066) mit Verbindungstür, die als vierköpfige Familie natürlich jede Menge Platz versprechen. Die Kabinen selbst sind aufgrund des Alters des Schiffes nicht mehr der allerneueste Schrei, sauber und ordentlich sind sie aber allemal. Zudem wartet das Badezimmer auch mit einer positiven Neuerung auf: Die alten Badewannen unserer ersten Reise mussten sehr großzügigen Duschkabinen weichen. Eine Änderung, die in jedem Fall für eine deutliche Aufwertung der Unterkünfte sorgt.




Entspannung am Pool
Nachdem wir unsere Kabine bezogen hatten, wagten die Jungs als erstes einen Sprung in den Pool auf Deck 11. Viel Überzeugungsarbeit musste hier aber gar nicht geleistet werden, denn die Whirlpools auf dem Lido-Deck sind so angenehm temperiert, dass schon fast Badewannen-Feeling aufkommt. Und während die Kids in den Fluten versanken, gönnten sich die Eltern einen leckeren Burger vom Alfresco-Grill. Unterbrochen wurde die chillige Zeit (Entschuldigung, aber ich muss an dieser Stelle auch ein bisschen den Slang meiner Söhne einfließen lassen) nur von der obligatorischen Seenotrettungsübung, die um 17 Uhr für alle Gäste anstand. Bewaffnet mit ihrer Rettungsweste fanden sich daher alle Passagiere zur einzigen Pflichtveranstaltung der Reise auf Deck 6 ein, wenig später war diese Prozedur dann aber auch schon wieder erledigt.



Der erste Abend der Nordkap-Kreuzfahrt
Auch wenn man auf einer Kreuzfahrt vermeintlich Ruhe hat, so eilt man doch von Termin zu Termin. Glücklicherweise sind diese in den wenigsten Fällen von Stress gekennzeichnet, sondern eher mit einem kritischen Auge auf die Waage. Für das erste Abendessen unserer Nordkap-Kreuzfahrt nahmen wir im Waterfront-Restaurant Platz, welches gleichzeitig auch das größte Restaurant der VASCO DA GAMA ist. Hier wird a-la-carté am Platz serviert und ihr könnt euch euer mehrgängiges Abendessen ganz individuell zusammenstellen. Neben täglich wechselnden Gerichten findet ihr auf der Speisekarte auch feste Klassiker, die ihr jeden Tag ordern könnt.

Während wir im Waterfront das leckere Essen genossen, machte die VASCO DA GAMA bereits ihre Leinen los und verließ Kiel auf dem Weg zu ihrem ersten Halt im norwegischen Bergen. Das Wetter meinte es zwischenzeitlich auch besser mit uns und so konnten wir im Anschluss an das Essen sogar noch einmal ein bisschen Meeresluft auf dem Deck genießen und unserer Heckwellenliebe frönen. Mit ein paar kühlen Drinks ließen wir den Abend schließlich in “The Dome” (der Disco der VASCO DA GAMA) ausklingen.

Ein Seetag auf dem rauen Meer
Während die Kinder noch zart beseelt auf ihrer eigenen Kabine schliefen, begann der erste Seetag unserer Nordkap-Kreuzfahrt für die Eltern sportlich aktiv. Frau Urlaubspapa startete in The Dome mit Fitnesstrainerin Daniela “Fit in den Tag”, parallel dazu spulte ich im Fitnessbereich der VASCO DA GAMA ein paar Kilometer auf dem Laufband ab. Dabei war tatsächlich einiges an Koordination gefragt, denn die raue See ließ das Schiff ab und an doch ordentlich schwanken.

Nach unserem erfolgreichen Workout knurrte uns langsam der Magen, weshalb wir die Jungs mit einiger Überzeugungsarbeit aus dem Land der Träume reißen mussten. Für die erste Mahlzeit des Tages entschieden wir uns wieder für das Waterfront-Restaurant, in welchem das Frühstück ganz entspannt am Platz serviert wird. Auf dem Tisch findet ihr hierfür eine Etagere mit süßen Marmeladen sowie Wurst und Käse – Eierspeisen, Waffeln und andere leckere Dinge könnt ihr direkt am Platz bestellen. Sollte euch doch noch etwas fehlen, dann findet ihr zusätzlich auch noch einen kleinen Buffet-Bereich.

Kids-Club und Frühschoppen
Frisch gestärkt starteten die Jungs gleich nach dem Frühstück in den Kids Club, wo um 10 Uhr die erste Kennenlernveranstaltung auf die kleinen Räuber wartete. Obwohl die VASCO DA GAMA kein klassisches Familien-Kreuzfahrtschiff ist, waren auf dieser Nordkap-Kreuzfahrt dennoch 54 Personen unter 18 Jahren an Bord – neue Freunde waren für unsere Kinder also schnell gefunden. Im Gegensatz zu unserer ersten Reise mit der VASCO DA GAMA musste der Kids-Außenbereich zwischenzeitlich übrigens weichen, sinnvoll genutzt wurde dieser in der Vergangenheit allerdings ohnehin kaum. Ein Fußball- und ein Basketballplatz sind aber weiterhin vorhanden – diese können natürlich auch von allen anderen Gästen jederzeit genutzt werden.



Während die Jungs also den Kids Club unsicher machten, ging es für uns zum Frühschoppen. Bei vielen Kreuzfahrten ist dies schon fast ein Klassiker zum ersten Seetag und so wurde auch auf VASCO DA GAMA Freibier ausgeschenkt, Brezeln gegessen und zünftige Musik gehört.

Willkommensempfang in der Hollywood’s Show-Lounge
Der weitere Seetag war von Entspannung auf dem Pooldeck geprägt, zusätzlich stellten wir unsere Treffsicherheit auch noch bei einer unterhaltsamen Runde Sandsackwerfen mit Reiseleiterin Kerstin unter Beweis.

Auch wenn man gar nicht wirklich viel macht, ist so ein Tag auf hoher See schneller vorbei, als man gucken kann. Und so stand um 18:30 Uhr bereits der große Willkommensempfang mit Kreuzfahrtdirektor Michael Schuller, Kapitän Michail Smyrnaios und den Offizieren in der Hollywood’s Show-Lounge auf dem Programm. Wer wollte, der konnte vorher auch noch ein Erinnerungsfoto mit dem Käpt’n schießen, bevor mit einem Glas Sekt auf eine schöne Reise angestoßen wurde. Passend dazu stand auch die anschließende Show unter dem Motto “Come Sail Away!”.





Bergen – Der erste Hafen der Nordkap-Kreuzfahrt
Obwohl mit Bergen der erste Hafen der Reise auf uns wartete, konnten wir es ganz entspannt angehen lassen. Die Ankunft in der regenreichsten Stadt Europas war erst gegen Mittag geplant, sodass wir genügend Zeit zum Ausschlafen und für ein spätes Frühstück hatten. Im Anschluss lieferte Lektor Frank Gerlinger zudem noch interessante Fakten über unseren nächsten Hafen Nordfjordeid. Während die Aussichten bei der Einfahrt nach Bergen noch recht trübe waren, zeigte sich die Sonne bei unserer Ankunft aber von ihrer besten Seite – wie so oft, wenn wir hier zu Gast sind.

Da wir bereits zwei Mal mit der Fløibahn auf den gleichnamigen Hausberg gefahren sind, hatten wir nun auf diesen Ausflug verzichtet. Solltet ihr Bergen allerdings zum ersten Mal bereisen, dann gehört dieser Programmpunkt unbedingt zum Pflichtprogramm eines jeden Kreuzfahrers dazu. Eindrücke dazu findet ihr in meinem Reisebericht unserer ersten Norwegen-Reise.

Wir beließen es hingegen bei einem gemütlichen Spaziergang entlang des berühmten Stadtviertels Bryggen mit seinen prägnanten bunten Häusern hin zum wuseligen Fischmarkt, auf dem Teile der Ware sogar noch lebendig sind. 😉


Die Show des Abends gehörte dann Gastkünstler Danny Elliott, der mit zahlreichen Instrumenten als Ein-Mann-Orchester auf der Bühne stand. Während insbesondere das ältere Publikum sehr angetan vom weit gereisten Musiker aus Australien war, konnte uns diese Form der Unterhaltung nicht so ganz abholen. Glücklicherweise sind Geschmäcker aber bekanntlich verschieden.

Außerplanmäßiges Tendern in Nordfjordeid
Neuer Tag, neuer Hafen. Dieses Mal verschlug es uns in das beschauliche Nordfjordeid, wo wir bisher noch nie zu Gast waren. Da die Winde am Morgen unserer Ankunft recht heftig wehten, war das ursprünglich geplante Anlegen über einen mobilen Seawalk nicht möglich. Stattdessen mussten wir außerplanmäßig tendern, was mithilfe eines Ticket-Systems an Bord aber völlig stressfrei verlief. Und auch für unsere Jungs war die Fahrt mit den Tenderbooten ein cooles Erlebnis.



Angekommen in Nordfjordeid schlenderten wir erst einmal ein wenig durch das kleine Städtchen mit seinen schicken Holzhäusern, bevor wir uns auf den Weg zu einem gut ausgeschilderten Aussichtspunkt machten. An einer kleinen Bank bot sich von hier aus ein toller Blick auf unsere schöne VASCO DA GAMA. Weiter ging es dann zur Eid-Kirche, neben der die Jungs einen wirklich schicken Spielplatz unsicher machten. Norwegen ist aber ohnehin sehr kinderfreundliich, weshalb sich im Regelfall auch in der kleinsten Ortschaft eine entsprechende Spielmöglichkeit findet.






In Nordeidfjord könnt ihr nicht nur schöne Aussichten genießen, sondern auch das SAGASTAD Wikingermuseum besuchen. Herzstück des Museums ist ganz klar das nachgebaute Wikingerschiff Myklebust, welches besichtigt und sogar betreten werden darf. Das Schiff ist übrigens nicht nur ein Museumsstück, sondern sticht zu speziellen Veranstaltungen sogar wirklich in See – selbstverständlich auch mit voller Besatzung inklusive 48 starken Ruderern. Ein Highlight unserer Jungs war zudem das virtuelle Bogenschießen, bei dem mithilfe einer VR-Brille Pfeile geschossen werden konnten. Das SAGASTAD ist kein Museum, in dem ihr mehrere Stunden verbringen werdet – sehenswert ist es in meinen Augen aber dennoch.




Zurück an Bord wartete nach einem leckeren Eis (dieses gibt es nachmittags immer kostenlos an der Lido-Bar) noch eine Runde Shuffleboard auf uns. Das älteste Schiffsspiel der Welt macht auf dem Holzdeck der VASCO DA GAMA immer besonders viel Spaß und bringt jüngere und ältere Gäste zusammen.

Nach der abendlichen Solo-Show von Sänger Hugo war der grandiose Sonnenuntergang dann noch einmal ein ganz besonderes Highlight. Die Tage auf unserer Nordkap-Kreuzfahrt wurden langsam, aber sicher immer länger und so versank die Sonne erst nach 22 Uhr am Himmel, der sich in seinen schönsten Farben präsentierte.


Kristiansund – eine Stadt auf 4 Inseln
Am nächsten Morgen unserer Reise machten wir in Kristiansund Halt. Nicht zu verwechseln mit Kristiansand im Süden Norwegens, welches deutlich mehr Einwohner aufweisen kann und auch deutlich häufiger von Kreuzfahrtschiffen angefahren wird.


Kristiansund kommt mit seinen 13.000 Einwohnern beschaulich daher, mit seiner Lage auf 4 Inseln ist die kleine Stadt aber alles andere als gewöhnlich. Die einzelnen Stadtteile sind über Brücken miteinander verbunden, zudem verkehrt mit der Sundbåten auch eine der ältesten Passagierfähren der Welt zwischen den einzelnen Eiländern. Die Nutzung der Fähre ist kostenlos möglich und gehört bei einem Besuch natürlich einfach dazu, weshalb auch wir eine kleine Inselrundfahrt gemacht haben. Die Fähre verkehrt allerdings nur halbstündlich, zudem haben Einheimische hier Vorrang vor Touristen.



Sehenswert ist auch die Kirkelandet-Kirche, welche mit ihren bunten Fenstern für einen tollen Farbtupfer sorgt. Im Anschluss lockt dann noch der Vandert-Aussichtsturm mit einem schönen Blick über die Stadt, der bei unserem Besuch witterungsbedingt allerdings ein wenig eingeschränkt war. Die farbenfrohen Häuser in der Stadt schaffen aber auch bei grauem Wetter eine schöne Atmosphäre. Und wer Glück hat, dem läuft auf dem Fußweg sogar mal ein Rehbock über den Weg.





Zurück an Bord wartete am Nachmittag dann noch eine Runde Bingo auf uns. Einen der nicko cruises Sachpreise haben wir zwar nicht gewonnen, mit Reiseleiterin Kerstin war der beliebte Spieleklassiker aber dennoch ein großer Spaß.

Neptun lädt zur Polartaufe
Bevor wir am nächsten Tag gegen 16 Uhr die Lofoten erreichen sollten, stand noch ein ganz besonderes Highlight unserer Nordkap-Kreuzfahrt auf dem Programm. Neptun und sein Gefolge luden kurz vor dem Mittag zur großen Polartaufe, die bei einer Kreuzfahrt über den Polakreis natürlich unbedingt dazugehört. Nach einer feierlichen Rede durfte Fisch geküsst werden, Schnaps wurde per Kanüle direkt in den Mund injiziert und auch Schaum wurde in rauen Mengen auf den mehr oder weniger zarten Wangen der Passagiere verteilt. Wenige Tage später erhielt jeder Gast dann auch die entsprechende Urkunde auf seine Kabine geliefert, die als Nachweis für die Taufe fungierte.




Leknes statt Solvear auf den Lofoten
Ursprünglich sollten wir auf den Lofoten in Solvear anlegen, aufgrund der Windverhältnisse vor Ort war dies allerdings nicht mehr möglich. Die entsprechende Info erreichte die Gäste aber schon am Vorabend, sodass sich alle rechtzeitig auf die geänderte Lage einstellen konnten.

Nachdem sich das Wetter bei der Einfahrt in die Lofoten noch nebelverhangen zeigte, riss der Himmel pünktlich bei unserer Ankunft auf und zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. Einziges Problem: Der Hafen von Leknes lag gute 3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, in welchem große Highlights zudem auch eher spärlich gesät sind. Solvear wäre in dieser Hinsicht doch ein wenig charmanter gewesen.

Das schöne Wetter spielte uns allerdings in die Karten und so stiefelten wir nicht der Masse an Gästen in Richtung Leknes hinterher, sondern machten uns auf den Weg zum Aussichtspunkt Haugheia. Auf einer Übersichtskarte am Hafengelände ist dieser auch ausgeschildert und mit kleineren Anstiegen nach etwa 2,5 Kilometern Fußmarsch erreichbar. Die lohnen sich definitiv, denn der Blick vom Gipfel hinab in Richtung Schiff ist einfach traumhaft. Wer möchte, der kann hier auch noch andere Wanderwege erkunden, für uns ging es allerdings noch weiter in Richtung Gravdal und von dort aus entlang des Wassers wieder zurück zum Schiff. Insgesamt eine nette Runde, die ich euch auch bei Strava getrackt habe.






Ein Seetag auf dem Weg zum Nordkap
Nach vier Landgangstagen in Folge wartete kurz vor dem Nordkap noch ein entspannter Seetag auf uns. Ein großer Dank galt hier dem Wettergott, der uns mit strahlendem Sonnenschein verwöhnte und so viele Passagiere auf die Sonnenliegen locken konnte. Aber auch das Tagesprogramm war vollgepackt und bot mit sportlichen Aktivitäten, Vorträgen der beiden Lektoren und launigen Spielen ein buntes Programm für jedermann. Unsere Nordkap-Kreuzfahrt wurde übrigens auch von Bäcker-Weltmeister Jochen Baier begleitet, der an diesem Tag einen Strudel-Workshop im Auditorium der VASCO DA GAMA veranstaltete.


Das eigentliche Highlight dieses Tages fand allerdings erst spät am Abend statt, als in “The Dome” ab 22 Uhr zur White Party geladen wurde. An einem besonderen Tag, an dem es nie dunkel wurde, passierten wir gegen 0 Uhr schließlich das Nordkap und konnten aus der Ferne schon einmal einen ersten Eindruck auf den nördlichsten Punkt Europas erhaschen. Während zu dieser Zeit auf der einen Seite des Schiffes die Sonne ganz langsam unterging, zeigte sich über dem Nordkap der helle Mond. Ein beeindruckendes Schauspiel, das uns mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben wird.



Von Honningsvåg zum Nordkap
Die Nacht war zwar sehr kurz und eigentlich nie wirklich da, Ausschlafen war am nächsten Morgen aber natürlich trotzdem nicht angesagt. Und dafür gab es auch keinen Grund, denn schließlich begrüßte uns auch Honningsvåg, das “Tor zum Nordkap”, wieder mit bestem Wetter. Sonnenschein und Temperaturen von 15, 16 Grad gelten hier nämlich schon als Hochsommer.

Nach einem kurzen Frühstück im Bistro (dem Buffet-Restaurant der VASCO DA GAMA) machten wir uns auf den kurzen Weg zur Touristinformation am Hafenterminal, wo bereits unser Ausflugsbus zum Nordkap bereit stand. Diesen hatten wir im Vorfeld über GetYourGuide* gebucht und als vierköpfige Familie etwa 270 Euro bezahlt. Für eine Strecke von etwa 35 Kilometern ein stolzer Preis, eine günstigere Option wird aber nicht angeboten.

Für unser Geld erhielten wir zudem auch noch das Unterhaltungsprogramm unserer niederländischen Busfahrerin Bernadette, die uns in amüsanter Art und Weise ein paar Anekdoten über Land und Leute erzählte. Während wir im Vorfeld davon ausgingen, dass der Besuch des Nordkaps eher ein teures Must-Have-Foto darstellt, waren wir bereits während der Busfahrt unheimlich fasziniert von der Weite der Landschaft. Der Bus schlängelte sich durch die kurvenreichen Straßen und bot uns Aussichten auf Seen, kleine Dörfer und natürlich auch jede Menge Rentiere am Rande der Strecke. Diese konnten wir beim kurzen Besuch einer Sami-Familie auch aus nächster Nähe kennenlernen.


Nach etwa 45 Minuten war es dann endlich soweit und wir durften am Parkplatz des Nordkaps aussteigen. Hier hatten wir einen großzügigen Aufenthalt von 90 Minuten und konnten das weitläufige Plateau in aller Ruhe erkunden. Ich kann es nicht oft genug betonen: Das Wetter an diesem Tag war wirklich traumhaft und beinahe schon so etwas wie ein Sechser im Lotto. Während andere Nordkap-Reisende nur mit Glück ein Foto der nebelverhangenen Weltkugel machen können, genossen wir eine grandiose Aussicht. Grundsätzlich wäre auch noch ein Abstecher in das Besucherzentrum möglich gewesen, hierfür hätten wir aber noch einmal zusätzliche Tickets benötigt.




1000 Stufen nach oben – Über die Nordkapptrappa auf den Storfjellet
Mit fantastischen Eindrücken im Gepäck ging es schließlich wieder in den Bus und zurück zum Ausgangspunkt des Ausfluges. Unsere schöne VASCO DA GAMA musste allerdings noch ein wenig auf uns warten, denn in Honningsvåg hatten wir noch ein sportliches Programm zu absolvieren. Exakt 1.000 Stufen lagen vor uns, um den Gipfel des Hausberges Storfjellet zu erklimmen. Möglich ist dies über die Nordkapptrappa: ein Aufstieg, der von Sherpas aus Nepal angelegt wurde und daher auch als Sherpa-Treppen bezeichnet wird. Der Weg nach oben erfordert durchaus einiges an Kondition, die Aussicht auf Honningsvåg und das Umland entschädigt aber für diese Mühen.




Hammerfest – oder auch: Ich glaub, da steht ein Rentier auf dem Gehweg!
Mit dem Nordkap hatten wir den nördlichsten Punkt Europas bereits abgehakt, mit Hammerfest folgte am nächsten Tag schließlich auch noch die nördlichste Stadt Europas. Um in selbige zu gelangen, fuhren direkt vom Hafenterminal kostenlose Shuttlebusse bis ins Zentrum. Da es das Wetter aber wieder gut mit uns meinte, entschieden wir uns für die sportliche Variante und taten etwas für unser Schrittekonto. Diese Idee hatten allerdings nicht nur wir, sondern auch unzählige Rentiere, die in Hammerfest überall zu sehen sind. Ob in Vorgärten, Wäldern oder sogar auf dem Gehweg: die treuen Helfer des Weihnachtsmannes sind in Hammerfest quasi an jeder Ecke präsent.




Unser erstes Etappenziel war der Hausberg Salen. Da hier eine traditionelle Sami-Familie ihr Zuhause hat (über nicko cruises wurden dazu auch spezielle Ausflüge angeboten), konnten wir auch wieder zahlreiche Rentiere beobachten. Wenige Meter weiter erwartete uns vom Aussichtspunkt des Salen dann ein wirklich grandioser Blick über Hammerfest und auch unsere VASCO DA GAMA zeigte sich vom Gipfel aus wieder einmal von ihrer schönsten Seite.



Im Anschluss ging es dann über den “Sikksakkveien” (den Zickzackweg) hinunter in das Zentrum von Hammerfest. Dort besuchten wir die sehenswerte Hammefest Kirke, den Marktplatz und natürlich auch den legendären Eisbärenclub. Mitglieder sind wir allerdings keine geworden, uns hat ein kurzer Besuch der Ausstellung schon gereicht. 🙂 Zurück zum Schiff ging es dann wieder zu Fuß, vorher wurde am “Strand” aber noch einmal die Wassertemperatur geprüft. Natürlich nur mit den Händen, zum Baden wäre es nämlich eindeutig zu kalt gewesen.







Harstad – Joggend zur Kirche von Trondenes
Harstad, gelegen auf der Insel Hinnøya und einst eine bedeutende Stadt der Wikinger, war der vorletzte Hafen unserer Nordkap-Kreuzfahrt. Ursprünglich hatten wir hier einen Besuch zum Aussichtspunkt Gangsåstoppen geplant, aufgrund des regnerischen und trüben Wetters am Vormittag verwarfen wir diese Idee dann allerdings wieder. Jede Menge tolle Ausblicke hatten wir zudem ja auch schon an den Vortagen gesammelt.


Stattdessen beließen wir es nach dem Frühstück bei einem kurzen Bummel entlang des Hafens (der war ganz hübsch) und einem Besuch der Innenstadt. Große Highlights gibt es hier tatsächlich nicht, dafür hängen überall in der Stadt Wäscheleinen mit den verschiedensten Kleidungsstücken zwischen den Gebäuden. Den Hintergrund dieser vermeintlichen Tradition konnte ich allerdings nicht recherchieren – vielleicht hilft mir jemand von euch in den Kommentaren weiter.




Als sich das Wetter am frühen Nachmittag besserte, schlüpfte ich noch mal in meine Laufschuhe und machte mich auf den Weg zur Kirche von Trondenes. Auf dem “Stien langs sjøen” (der Weg entlang des Meeres) geht es malerisch zur mittelalterlichen Steinkirche aus dem 15. Jahrhundert, die seinerzeit auch Schutz vor Räubern und Piraten bot. Leider hatte ich auf meiner Laufrunde kein Smartphone für Fotos dabei, ich habe euch die Strecke aber natürlich wieder bei Strava getrackt.

Es qualmt auf der VASCO DA GAMA – Grillbuffet auf dem Lido Deck
Pünktlich um 18 Uhr zog Rauch auf unserer VASCO DA GAMA auf. Es qualmte, das Dach wurde aufgeschoben und… gegrillt! 🙂 Das Pooldeck des Schiffes war jetzt keine Badelandschaft mehr, sondern ein riesiges Buffet, bei dem es neben feinem Grillgut auch Sushi, einen Schoko-Brunnen und andere Leckereien gab. Eine dem Anlass entsprechende Schiffstorte durfte natürlich genauso wenig fehlen wie tolle Schnitzereien aus Eis. Begleitet wurde unser tolles Dinner zudem auch von einer atemberaubenden Naturkulisse, die uns mit ihrer beeindruckenden Fjord-Landschaft zu begeistern wusste.





Fischalarm in Ålesund
Nach einem traumhaften Seetag, der von jeder Menge Sonnenschein geprägt war, empfing uns Ålesund am nächsten Morgen wenig gastfreundlich. Dicke Regentropfen prasselten vom Himmel und machten nicht wirklich Lust darauf, die traumhaft schöne Jugendstilstadt zu erkunden.

Uns machte das aber wenig aus, denn für den Vormittag hatten wir ohnehin einen Besuch im Atlantikpark, einem der größten Salzwasseraquarien Nordeuropas, eingeplant. Da der Weg zu Fuß für die etwa 4 Kilometer lange Strecke bei dem schlechten Wetter keine Option war, gönnten wir uns für umgerechnet etwa 17 Euro ein Taxi. Zu viert wäre der Bus für uns ähnlich teuer gewesen, hier hätten wir von der Haltestelle aber noch einmal gut 20 Minuten bis zum Aquarium laufen müssen.

Herzstück des Atlantikparks ist das riesige Salzwasseraquarium, in dem einmal täglich auch eine kommentierte Fütterung stattfindet. Ausgestattet mit reichlich Proviant für die schwimmenden Bewohner geht es für einen Taucher in das große Becken, während die Besucher das Schauspiel von außen beobachten können.

Wer sich traut, der kann während der Öffnungszeiten im Aktivitätsraum einigen Meerestieren auch selbst ganz nah kommen. Seesterne, Muscheln oder Seeigel können hier in die Hand genommen werden, während sich die Krabben über einen kleinen Snack von euch freuen. Im großen Becken im Eingangsbereich könnt ihr zudem den Rochen ein paar Streicheleinheiten verpassen.


Als sich der Regen gegen Mittag wieder verzogen hatte, statteten wir natürlich auch dem großen Außenbereich des Atlantikparks einen Besuch ab. Hier haben Pinguine, Otter und Robben jede Menge Platz und können regelmäßig bei Fütterungen begutachtet werden.


Hinauf auf den Gipfel des Aksla
Zurück aus dem Museum mussten wir natürlich auch noch einmal hinauf auf den Gipfel des Hausbergs Aksla. Während wir uns mit den kleinen Kids vor 8 Jahren noch die Fahrt mit der Bimmelbahn gönnten (mehr dazu findet ihr in diesem Artikel), erklommen wir die 418 Stufen hinauf nach oben nun zu Fuß.

Aufgrund der tollen Ausblicke, die sich auf dem Weg bieten, ist die kleine Anstrengung durchaus zu verkraften. In jedem Fall war der Aufstieg deutlich bequemer als wenige Tage zuvor in Honningsvåg. 😉

Zwei Seetage auf dem Weg zurück nach Kiel
Nach dem Ablegen in Ålesund stand fest: Der nächste “Landgang” in Kiel ist gleichzeitig auch das Ende unserer Nordkap-Kreuzfahrt. Glücklicherweise standen vor dieser bitteren Erkenntnis noch zwei Seetage, die natürlich wieder mit einem vollgepackten Bordprogramm aufwarten konnten.


Während wir den ersten der beiden Seetage sportlich mit einer Runde Tischtennis auf Pooldeck eröffneten, lauschten wir am Nachmittag den Klängen des Gäste-Chors im Atrium. Wenig später war uns dann auch das Glück hold und wir durften uns über einen der begehrten Tombola-Preise freuen. Für einen gelungenen Tagesabschluss sorgten dann schließlich Teile der Besatzung, die bei der Crew-Show ihre Talente unter Beweis stellen durften. Unter großem Beifall der Gäste wurde getanzt, gesungen und sogar Cocktails auf der Bühne gemixt.





Am letzten Seetag in Richtung Heimat meinte es die Sonne wieder gut mit uns und sorgte dafür, dass viele Mitreisende noch einmal einen der zahlreichen Liegeplätze einnahmen. Wir starteten den Tag bei einer Backdemonstration von Jochen Baier, bevor Reiseleiterin Kerstin zu einer letzten Runde Bingo einlud. Bei einem leckeren Eis von Giovanni L. lieferten wir uns mit den Jungs noch ein Kartenduell, bis diese zum letzten Mal den Kids Club unsicher machten. Die beiden Kids Club-Betreuer Yasemin und Martin sorgten hier immer für ein abwechslungsreiches Programm und schlussendlich auch dafür, dass wir die Jungs oft gar nicht zu Gesicht bekamen. 😉 Aber so ist es eben, wenn die Kleinen (viel zu schnell) groß werden…



Unsere Nordkap-Kreuzfahrt geht zu Ende
“Im Herzen Rock” hieß die letzte Show der Reise und mit ganz viel Herz und Applaus verabschiedeten wir uns nach zwei tollen Wochen auch von der Crew der VASCO DA GAMA. Nachdem wir zu Beginn des Jahres noch mit 6.500 anderen Passagieren auf AIDAnova unterwegs waren, waren die 1.000 Gäste auf der VASCO ein richtiges Kontrastprogramm.


Ja, das Schiff ist schon ein wenig älter und hat hier und da vielleicht auch mal kleinere Macken, die Herzlichkeit und Aufmerksamkeit des Personals sucht aber seinesgleichen. Es geht wahnsinnig familiär zu, wir wurden quasi von Tag Eins an mit Namen begrüßt und jederzeit mit einem Lächeln auf den Lippen bedient. Lange mussten wir nie auf ein Getränk warten und auch einen Platz an einer der zahlreichen Bars gab es jederzeit in ausreichenden Mengen.


Unser Abschied am nächsten Morgen in Kiel war daher kein Abschied für die Ewigkeit, denn für uns heißt ganz sicher: VASCO DA GAMA – wir kommen wieder! 🙂
[Werbung]
Eine Bitte: Solltet ihr für eure nächste Kreuzfahrt ab Kiel noch das passende Hotel für eine Vorübernachtung suchen, dann nutzt doch gerne meinen Link auf Booking.com*. Für euch wird die Buchung dadurch nicht teurer, ich erhalte im Gegenzug aber eine kleine Provision. Vielen Dank!




